Historisch?

Manchmal wird die Frage gestellt, ob die Evangelien, die uns vom Leben und Leiden Jesu Christi berichten, historisch zuverl�ssig seien.

Dazu hat sich kein Geringerer als J.R.R. Tolkien, der Erfinder des "Herrn der Ringe", geäußert: "Es gehört ein phantastischer Wille zum Unglauben dazu, anzunehmen, dass Jesus nie 'dagewesen' sei, und noch mehr, anzunehmen, dass er nie gesagt habe, was von ihm berichtet wird Dinge, von denen es so unmöglich ist, dass irgendwer auf der Welt zu jener Zeit sie 'erfunden' haben könnte: so etwa, 'ehe Abraham ward, bin ich' (Johannes VIII); 'wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen' (Johannes IX); oder die Verkündigung des Heiligen Sakraments in Johannes V: 'Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben.'"

Tolkien war Literaturwissenschaftler und kannte sich mit den verschiedenen Literaturgattungen aus, ebenso übrigens wie sein Freund C.S. Lewis. Beide wussten, was Mythen sind, und gerade deshalb wussten sie, dass die Evangelien keine Mythen sein können, sondern Historisches berichten. In seiner berühmten Rede "Geblök eines Laien" führt er aus:

"Die Untergrabung der alten Glaubenstradition ist vor allem das Werk von Theologen, die sich mit der Kritik des Neuen Testamentes befassen. Uns vor der Autorität von Gelehrten dieses Faches beugend, sollen wir den Glauben an vielerlei Dinge aufgeben, den wir mit der Frühkirche, den Vätern, dem Mittelalter und sogar noch dem 19. Jahrhundert teilen. Ich möchte nun darlegen, weshalb ich in bezug auf diese Autorität skeptisch bin. Aus Mangel an Kenntnis skeptisch, wie Sie nur zu leicht feststellen werden. Aber der Skeptizismus ist der Vater der Unkenntnis. Fällt es doch schwer, beharrlich einem Studium zu obliegen, wenn man von vornherein kein rechtes Vertrauen in seine Lehrer aufbringen kann.
Zunächst denn, welche Bedeutung diese Männer immer als Bibelkritiker haben mögen, ich mißtraue ihnen, sofern sie Kritiker sind. Mir scheint, es fehlt ihnen an literarischer Urteilskraft, an Intuition bezüglich der Qualität der Texte, die sie lesen. Dieser Vorwurf klingt seltsam Männern gegenüber, die ihr ganzes Leben inmitten dieser Bücher zugebracht haben. Aber vielleicht besteht gerade hierin die Schwierigkeit. Einer, der seine Jugend und seine Mannesjahre mit dem gründlichen Studium der Texte des Neuen Testamentes und den Studien anderer darüber verbracht hat, und seine literarische Erfahrung mit diesen Texten nicht mit der Erfahrung vergleichen kann, wie sie nur aus einer weiten und tiefen, lebendigen Beschäftigung mit Literatur im allgemeinen hervorgeht, läuft mit ziemlicher Sicherheit Gefahr, die nächstliegenden Dinge an diesen Texten zu übersehen. Wenn er mir sagt, eine Stelle im Evangelium sei Legende oder Dichtung, so will ich wissen, wie viele Legenden und Dichtungen er gelesen hat, wie geübt sein Gaumen im Unterscheiden ihres Geschmacks ist, und nicht, wie viele Jahre er über diesem Evangelium verbracht hat."

Vielleicht ist gerade dies ein Grund für den Aufschrei gegen den Film von Mel Gibson: Er nimmt die Evangelien historisch ernst. Die Passion Christi löst er nicht in einen frommen Mythos auf, sondern zeigt sie in ihrer ganzen, realistischen Grausamkeit. Das ist das Ärgernis des Kreuzes! "Das Kreuz ist ein sperriges Symbol, es steht quer zum Zeitgeist und erinnert an die Radikalität unseres Glaubens. Das Kreuz fragt nicht nach gesellschaftlicher Relevanz, sondern zeigt die Wahrheit des Gekreuzigten" (Wilhelm Imkamp).

Doch wer tiefer blickt, wird in der Passion die unendliche Liebe des Herrn erkennen! "Es gibt keine größere Liebe als die, sein Leben für die Freunde hinzugeben." Für den Glaubenden verwandelt sich das Ärgernis des Kreuzes in die Quelle der Erlösung. Mel Gibson, Jim Caviezel und viele andere haben diese Erfahrung gemacht. Öffne Dich dem Herrn, und Du wirst dieselbe Erfahrung machen!

C.S. Lewis' "Geblök eines Laien" kann bei mir kostenlos bestellt werden.

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